Auf der linken Seite liegend, später auf dem Rücken, führt der Arzt den beweglichen, nur Kleinfinger dünnen Schlauch des Video-Endoskops in den Enddarm ein. Behutsam erfolgt unter sparsamen Einblasen von Luft das Vorschieben des Gerätes. Der Übergang von Dünn- zu Dickdarm wird nach ca. 1 m erreicht. Durch Eingabe von Luft ist der Darm so gut entfaltet, daß sich potentiell krankhaftes Gewebe insbesondere unter der Bild – vergrößernden Optik des Endoskopes erkannt werden kann; aus diesen Bezirken lassen sich mit einer kleinen Gewebezange nicht schmerzhaft Gewebeproben entnehmen. Polypen zeigen sich durch direkte Aufsicht u. werden mit der "elektischen Schlinge" sofort vollständig abgetragen und für eine Gewebeuntersuchung geborgen. Das Auftreten von Blutungen wird meist schon dadurch verhindert, daß durch die elektrische Abtragung kleine Gefäße „verlötet“ werden; sollte es doch mal zu einer Blutung kommen, kann durch Gefäßclips u. andere Techniken eine sichere Blutstillung erreicht werden.

Nach der Darmspiegelung wird die eingegebene Luft sorgfältig u. vollständig wieder abgesaugt; dies kann auch auf natürliche Weise geschehen, indem sich der Darm wieder entspannt und die Luft einfach abgibt. Nach einer Ruhepause in der Praxis sollten Sie sich von einem Angehörigen abholen lassen oder per Taxi nach Hause fahren. Wenn Sie eine Entspannungsspritze erhalten haben, dann ist es schon aus juristischen Gründen verboten, 24 h lang aktiv am Straßenverkehr teilzunehmen, sich in sogenannten Gefahrenbereichen aufzuhalten o. z.B. gefährliche Maschinen zu bedienen.

Essen dürfen Sie meist jedoch sofort wieder alles, hierbei empfiehlt sich leichte Kost. Sollten allerdings insbesondere größere Polypen abgetragen worden sein, dann kann es sein, daß Ihnen empfohlen wird, bis zum nächsten Tag erst mal nur Suppen zu essen, sich zumindest telefonisch oder auch persönlich noch mal wieder vorzustellen.

Das Ergebnis teilt Ihnen der Arzt direkt nach der Untersuchung mit; das Untersuchungsergebnis von Gewebeproben dauert wegen der histologischen Aufarbeitung beim Pathologen etwa 1 Woche und geht meist gleichzeitig dem Untersucher wie auch Ihrem Hausarzt zu, so daß sie die Befunde u. Auch die Frage, ob ggf. weitere Kontrollen oder Untersuchungen nötig sind, mit Ihrem Hausarzt wieder besprechen können. Ihr Gastroenterologe steht Ihnen hierfür natürlich auch zur Verfügung.


Wer darf eine Darmspiegelung durchführen ?

Nur wer fachlich besonders geeignet ist (erst nach sorgfältiger Prüfund durch die jeweilige Ärztekammer u. Kassenärztlichen Vereinigung werden hierfür Zulassungen ausgesprochen) u. Gleichzeitig in der Praxis strengste Hygienemaßnahmen erfolgreich durchführt, darf eine Darmspiegelung durchführen (meist sind dies Fachärzte für Gastroenterologie o. auch Fachärzte für Innere Medizin). Das Einhalten dieser Zulassungsvoraussetzungen werden zweimal jährlich durch die Gesundheitsbehörde kontrolliert.


Risiken der Untersuchung

Jede Untersuchung birgt ein gewisses Risiko. So auch die Darmspiegelung. Risikofaktoren sind z.B. eine Darmvorschädigung durch eine chronische Entzündung oder bei Darmverwachsungen nach einer Operation. Leichte Blutungen können z.B. durch das bewegliche Endoskop entstehen. Auch bei Polypenabtragungen kann es zu Nachblutungen kommen, die nur selten eine Krankenhauseinweisung zur Folge haben. In extrem seltenen Fällen kann es zu Beschädigungen der Darmschleimhaut bis hin zum Einreißen der Darmwand bei vorgeschädigtem Darm kommen.


Virtuelle Darmuntersuchung

Andere Methoden der Vorsorge werden erprobt, z.B. die virtuelle Koloskopie mittels Röntgenverfahren.

Zum jetzigen Zeitpunkt kann hierzu festgehalten werden, daß diese Untersuchung nicht nur auch einer ähnlich aufwändigen Darmvorbereitung bedarf, wie die Darmspiegleung, sondern nicht die gleiche Erkennensrate insbesondere für Polypen kleiner als 5 – 10 mm aufweist. Letztlich ist beim Nachweis von Polypen in jedem Fall eine zusätzlich Darmspieglung notwendig, weil der Sinn der Darmkrebsvorsorge v.a. Ist, jeden Polypen nicht nur zu entdecken sondern vollständig abzutragen.

Die radiologisch durchgeführte virtuelle Koloskopie ist bisher keine Kassenarztleistung, sondern muß vom Patienten in voller Höhe selbst bezalt werden.

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